Die Geschichte der Ortsgemeinde Plein!
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Geschichte von Plein


 Der nachstehende Text ist folgender Quelle entnommen:
Verfasser Günter Hesse, Andreas Wisniewski
Titel:      Wittlich Land  - Geschichte einer Verbandsgemeinde zwischen Vulkaneifel und Mosel
Herausgeber:   Verbandsgemeinde Wittlich-Land 1990

Erste urkundliche Nachrichten über Plein findet man in einer Urkunde aus dem Jahre 1317. In dieser Urkunde über eine Schenkung an das Kloster Himmerod wurde ein "Gela von Plyn" genannt.

In einem Güterverzeichnis der Herren von Esch aus dem Jahre 1330 wurden auch Güter zu Plein erwähnt.

Das Dorf Plein taucht in den Urkunden erst 1346 auf, und zwar als Hinkelin von Plyn dem Kloster Himmerod eine Rente von einem Quart Öl aus einem Weinberg bei Ankast überträgt.

Der Forscher der Ortsnamen, Herr Max Müller, führt unseren Ort auf römisch-lateinisches Sprachgut zurück. Es käme ihm demnach schon ein einigermaßen hohes Alter zu.  Auch sind die heute kleineren Orte Gipperath (1098) und Greimerath (1173) schon zwei und drei Jahrhunderte eher genannt.

Zur Zeit um 1300 gehörte Plein zum Amt Manderscheid. Den Zehnten bezog zu zwei Drittel der Erzbischof, das letzte Drittel die Domvikarie. 1358 besitzt Ritter Diedrich, Herr zu Esch, den Zehnten zu Plyn als ein Lehen des Erzstiftes. Damals musste die Gemeinde ein Ohm Wein an die Kirche in Wittlich entrichten. 1492 genehmigte Erzbischof Johann II. von Baden (1456-1503), dass Johann von Esch den Zehnten zu Plyne seiner Schwiegertochter Agnes übertrage. 1569 waren die beiden Drittel vom Zehnten an den Erzbischof im Besitz der Herren von Oissbergh (Glieder dieser Familie kommen als Wittlicher Scheffen vor). Die Lieferung eines Ohms Wein von der Gemeinde Plein an die Pfarrkirche in Wittlich wurde 1601 abgelöst, weil der Weinbau in unserer Gegend sehr zurückgegangen war.

„Die Pleiner empfinden Ankes als ihre alte Heimat, was auch in den mündlichen Überlieferungen durchklingt, die besagen, dass das Dorf Ankes untergegangen sei dadurch, dass eine Schlangenplage überhand genommen habe, so dass ein Wohnen dortselbst unmöglich geworden sei. Außerdem gehört auch alles Gelände zum Bann Plein. Dazu leben auch noch manche Erinnerungen über das untergegangene Dorf in mündlichen Überlieferungen fort." So beginnt 1948 Pater Peter Teusch unter dem Titel „Unkenstein und Plein" seine Chro­nikzusammenfassung für das Dorf Plein.  

Urkunden berichten über Ankes bereits im 14. Jahrhundert. So heißt es in einer Urkunde aus dem Jahre 1346: „...auf einem Weinberg bei Ankes..." In dieser Urkunde werden zwei Schöffen als Zeugen genannt. Dieses lässt den Schluss zu, dass Ankes zu dieser Zeit bereits als Ort existierte. Im Jahre 1476 bestätigte Erzbischof Johann II. von Baden, dass die Lehen, die Johann von Orwich innehatte - darunter Güter zu Ankes -, nach dessen Tod auf seine Ehefrau Eise von Clüssart übergeben. Im Jahre 1575 hatten die Herren von Gressenich Güter zu Ankes als ein Wittlicher Burglehen vom Erzstift in Besitz.  

In einer Verordnung des Erzbischofs Johann von Schöneberg aus dem Jahre 1587 erfahren wir, dass Ankes eine dem hl. Jakobus dem Älteren geweihte Kirche hatte. Die Kirche besaß einen Altar, einen Kelch und eine Glocke. 1641 versah der Pastor von Greimerath den Dienst in Ankes. Später immer der Pastor von Wittlich, der für seine Dienst in Ankes 1/2 Malter Hafer, 7 Wagen Holz, 1/3 des kleinen Zehnten erhielt.  

Aus einer anderen Quelle des Jahres 1656 erfahren wir, dass Ankes als Dorf noch vorhanden war. „in diese Zeit muss auch der Untergang dieser Siedlung fallen, wie in jener Zeit Seuchen und Pestepedemien so viele Städte und Dörfer heimsuchten und schwerste Verluste unter ihrer Bevölkerung brachten. Manche Dörfer gingen unter, ...".
 
Im Jahre 1715 tauchte zum ersten Male der Name Unkenstein für Ankes auf. Bei der Visitation im Jahre 1715 wurde festgestellt, dass die Kapelle Ankes in einem erbärmlichen Zustand und dem Einsturz nahe war. Nach Androhung des Interdiktes durch den erzbischöflichen Visitators wurde die Kapelle auch instand gesetzt. Erst die Säkularisation unter der französischen Herrschaft ließ den Untergang der Kirche zu Ankes folgen. "Um das Andenken an diese Kirche zu bewahren, wurde das Patrozinium des hl. Jakobus d.Ä. 1804 auf die Kirche in Plein übertragen, die bis dahin der hl. Walpurgis geweiht war." Auch kamen die Stiftungen und die Glocke aus dem Jahre 1712 von Ankes nach Plein.  

In der Katasteraufnahme von 1827/28 findet man die Kirche von Ankes und ein Nebenhaus eingetragen. „Einige Jahre später wurde sie abgerissen."  Heute erinnert an diese Stätte ein Heiligenhäuschen, welches auf dem Platze der alten Kirche errichtet wurde. Das Portal des Heiligenhäuschen, das die Jahreszahl 1702 und das Wappen derer von Metternich (drei Muscheln) trägt, scheint aus der alten Kirche Ankes zu stammen.

(Informationen zur Geschichte der Filialkirche St. Jakobus können Sie unter Kirchengemeinde nachlesen)

Ab 1794 stand Plein unter französischer Herrschaft,

1815 wurde der Ort auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet.

Seit 1946 ist er Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

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Wappen von Plein


Mit Genehmigung der Bezirksregierung Trier vom 9. Februar 1978 erhielt die Gemeinde Plein das Recht, ein eigenes Wappen zu führen.

Beschreibung: Unter silbernem Schildhaupt mit drei schwarzen Muscheln (2/1) steht in rotem Feld das silberne Pleiner Viadukt mit 4 Pfeilern über einer von links nach rechts sich windenden goldenen Schlange.

Silber und Rot sind die alten Wappenfarben von Kur-Trier, zu dessen Herrschaftsbereich Plein früher gehörte. Die schwarzen Pilgermuscheln erinnern an das in der zweiten Hälfte des siebzehnten Jahrhunderts untergegangene Dorf Ankast im Liesertal, dessen Gebiet und Kirchenpatronat auf Plein übergingen. Sie entstammen dem Hauswappen der Familie von Wolff-Metternich an dem 1702 gestifteten Kirchenportal von Ankes und sind das Kennzeichen des Pilgerschutzheiligen und Kirchenpatrons von Ankes und Plein: Sankt Jakobus.

Der im Mittelalter bekannte Pilgerpfad aus der Eifel über Klausen, Trier-Sankt Matthias nach Santiago di Compostela in Nord-Spanien führte durch Plein und Ankes.

Das Pleiner Viadukt ist die Plein kennzeichnende Verkehrsverbindung der Neuzeit, die 1945 zerstört und nach dem Kriege wieder aufgebaut wurde.

Die sich windende, häutende Schlange ist wiederum von dem Kirchenportal des sagenumwobenen Ankes entlehnt. Sie ist von altersher ein Sinnbild wiederkehrender Verjüngung, das in die Zukunft weist.

Das Gemeindewappen Plein erfasst in der Aussage seiner Bestandteile nicht einfach Symbole aus der Ortsgeschichte, sondern gibt einen vorwärts weisenden Hinweis auf die Stetigkeit lebendiger Entwicklung aus der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft.

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